kontrollbeflissenheit

u8 hermannplatz fahrscheinkontrolle foto von gak auf flickr, cc-lizenz

U8 Hermannplatz.
Er: Fahrschein bitte.
Zeigt mir seinen Dienstausweis
Ich: Den Betriebsausweis bitte auch.
Er: Aha, ein Student? Hol schon mal den Fahrschein raus.
Ich fange an zu nerven: Ich möchte erst überprüfen ob sie mich kontrollieren dürfen.
Er kramt ewig, verliert die Übersicht, hinter ihm gehen Leute unkontrolliert zum Ausgang, wir fahren in die Station ein. Er zeigt seinen Betriebsausweis, ich kontrolliere ihn, zeige mein Semesterticket.
Er ist sauer und kontrolliert noch ein paar Leute.
Dann kommt er zurück und fragt: Na, hat dich das befriedigt?
Ich: Ich hab das Recht nach dem Betriebsausweis zu fragen.
Er: Hat dich also befriedigt.
Ich: Befriedigt dich die Fahrscheinkontrolle?
Er: Hat dich also befriedigt.
Ich kenn das, wenn die Leute hier nicht mehr auf deine Antworten eingehen, wollen sie dir Böses.
Ich klugscheißer: Du kontrollierst und kriegst Kohle dafür, ich kontrolliere und kriege nichts dafür. Befriedigt wird hier niemand.
Er fängt an zu pöbeln, ich fang an zu pöbeln. Zwischen uns ist zum Glück eine Trennscheibe und ein Fahrgast, sonst hätte ich schon n bisschen Angst vor ihm bekommen.
Zwischenruf Fahrgast: Lasst einfach alles raus!
Ich steige aus, er auch. Er verabschiedet sich von seinem Mitkontrolleur. Läuft neben mir her, schlägt mit der Faust in seine Handfläche und sagt immer wieder vor sich her: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Das mit den Wiederholungen kenn ich schon, denke kurz daran die Notruftaste an diesen SOS-Säulen zu drücken und dafür zu sorgen dass er wegen dieser bescheuerten Drohung seinen Job verliert, aber bitte, wie Scheiße wäre das denn? Also lass ich es bleiben und geh nach Hause um ein bisschen mit meinen Mitbewohnern über die BVG und Kontrolleure abzulästern. Kochen uns was von Aldi und lästern über das Wetter. Der Winter dauert schon viel zu lange, ich will wieder Sommer haben und Fahrrad fahren.


3 Antworten auf “kontrollbeflissenheit”


  1. 1 anti-berliner 12. Januar 2008 um 4:15 Uhr

    I like it.

    Wenn ich in der Bahn kontrolliert werde, zeige ich meistens ordentlich mein Semesterticket, anstatt auch rumzunerven und zeit zu schinden:-(

  2. 2 Hofmann 23. Juli 2008 um 13:18 Uhr

    Ich leite seit dem Jahr 2000 einen Kontrollbetrieb der für Verkehrsbetriebe Fahrausweise kontrolliert.

    Hier wird wieder mal gezeigt wie wichtig es ist ordentlich geschultes Personal einzusetzen. Und keine wilde Schlägertruppe auf Linie zu schicken. Leider ist dies oft der Fall um Personalkosten zu sparen. Hier werden bewusst von Verkehrsbetrieben nicht qualifizierte Sicherheitsdienste für diese Arbeit ausgewählt.

    Als Fahrgast haben Sie sicherlich richtig gehandelt. Wenn der Mitarbeiter mit so einer Kleinigkeit schon aus der Ruhe zu bringen ist, ist er deutlich mit diesem Job überfordert und dafür gänzlich ungeeignet.

    Als Fahrgast sollte man dieses Verhalten eines Angestellten der im Namen eines öffentlichen Betriebes arbeitet nicht dulden und sich über diesen Mitarbeiter schriftlich bei dem Verkehrsbetrieb beschweren.

  1. 1 noch ein paar worte zum winter in berlin | el Pingback am 18. Januar 2008 um 16:16 Uhr
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