Archiv der Kategorie 'text'

Graffiti als Soziales Medium

rebel:art » Serie: El schreibt über Graffiti #6

Gesichter und Buchstaben

rebel:art » Serie: El schreibt über Graffiti #5

interface

translation of these notes on Gesichtsphilosophie
gesichtsphilosophie faciality history face philosophy

The interface not only crosses space: to look at means to empathize, to look at a face means to conceive feelings. Not towards the immediate. The modus is not dissection, but empathic association of constellations.

Appearance is partly played and partly unconscious visual expression of feelings. Language therefore is the fitting model, not the laid open heart, face recognition, lie detector. The communication without masks would be the abolishment of art, which in other concepts would be sublated in a play of miens. Otherwise hope would be scattered.

Search for the small – if even existing – fissure between the played facial expression in accordance with types, and that which is not possible to typify in the played mien, the true play, which even can survive in the image making process, and which has to resist twice, the industrial style and the identification constraint of the normed role models. It seems to get more abstract when the whole body is speaking, faces are too trained.

The face is caught in the crisis of history, aim to do Good Gesichtsphilosophy (a play of words, remixing the word Geschichtsphilosophie – philosophy of history – and making a philosophy of the history of the face), not just philosophize around on the face. It is not about truth, immediateness, the total mediation of all with all, the total transparancy, the knowledge about the inner and outer life of all fellows, it is about less pain (until the last pain of being human, the endlessly free human) and about another quality of being, it is about the conditions of the faces, the faces that are subject to history.

The mien presents itself as a played and conceived as played sign, in which, more obvious than it is with the words, a open space is kept in mind. It is basically a challenge to pick up this topic in art, for you have to consciously construct an open process, which goes against the grain for parts of contemporary art and its mentality of aiming at effect, be it highpass at the mixing console, color field signals, battles of symbols, cartoon figures or hard words poetry. Also not meant is arbitrariness, unpolitical, meaningless, endlessly open snapping and blotting.

Some work on this through stencils. As abstraction of the facial expression, to be sensed like seen through cloth. On the contrary: Mona Lisa, this incomprehensible and successful cultural product.

Play of miens: an utopist idea, in which the people freely play with a central means of communication, the playful system of signs, the face. Just that there is no historic break, like today only lookism, as a forced adaption of superficial norms, and tomorrow the free play of miens, but in the option to be quiet and letting the face speak, lies one of so many possibilities of communication. To be not understood, but to ask for empathy. This story needs models.

We already pay with likes, maybe we soon pay with a smile, the city becomes the catwalk of those who are superflous, the total integration of culture industry reconciles itself with bio politics. The class of the face performers and the laid open miens of the governed, who cannot control themselves. We have to recognize our tender mien play.

Weltchen. Zur Performance Protektorama – Weltheilungswald

Zur Performance Protektorama – Weltheilungswald (Johannes Paul Raether, 16.10.2011, General Public) und der aufgeworfenen Idee eines Transfers der Performance aus dem Kunstraum in den öffentlichen Raum.

Protektorama ist eine spirituelle Materialistin, eine Hexe oder Priesterin, die mit einem kleinen Wald in die Stadt gekommen ist um darin ein Weltheilungsritual zu vollführen. Die Heilung der Welt funktioniert durch eine Rekuperation des Voodoo Prinzips: Geisterbeschwörung. So die Performance (Bilder von einem anderen Termin hier, inzwischen noch ein Bericht hier). Als Teilnehmende dieser wird sich auf Pilze gekniet und die Hände in die Äste von Bäumen gelegt. Die Pilze sind kleine gepolsterte Kniestützen, die Bäume verstellbare Schienen mit Vorrichtungen zum Befestigen des Arms mit dem Handy darin. Die Platzzuordnung erfolgt nach Geräteklasse: Telefon, Smartphone, Telefone mit Kamera und Lampe. Das Telefon kann nur schwach beleuchten, die Smartphones verbinden zum Text und die anderen dokumentieren und sind Scheinwerfer.

In dem kleinen abgegrenzten Raum der Galerie wird ein interner Raum erzeugt, der Wald, ein Wäldchen, oder wir könnten als Wortspiel sagen, das Weltchen. In diesem wird auf Zeit, dem Zeitraum den der Künstler für seine Transformation in die Hexe Protektorama bestimmt hat, geheilt. Und zwar die ganze Welt. Die ganze Welt insofern, als von der ganzen Welt gesprochen wird, von den Geistern: den ökonomischen sozialen Prinzipien dieser Welt, von ihrer Entkörperlichung zum Abstrakten und Unsichtbaren und ihrer Verkörperlichung durch Beschwörung, durch Besprechung, durch Kritik. Dies selbst ist der Heilungsprozess, dieses Sprechen von dem Prozess der Geisterwerdung und Geisterbeschwörung.
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gemütliches beisammensein

gemütliches beisammensein
Yayoi Kusama
gemütliches beisammensein
Matthew Stone
gemütliches beisammensein
Stefan Exler

die vielen bedingungen des ganzen verschwinden nicht in den experimentellen ausschnitten. das bild des gemütlichen beisammenseins soll also nur gezeichnet sein, um zu zeigen was die grenze der sprache ist, wie schlecht das gute ist, das wir im schlechten ausschreiben können, uns denken können. es ist keine norm, nach der wir handeln bewerten können. es ist die suche nach der grenze der geschichte. im fragmentarischen und prekären des beisammenseins wird jede weniger an der nähe zum fernen stehende gemeinschaft bloßgestellt: ungemütlich wirds wenn wir um feuer aus büchern stehen müssen, gemütlich wird es wenn wir uns aus büchern vorlesen dürfen, das wären solche setzungen.

bilder vermitteln das gefühl einer unmittelbaren greifbarkeit von konzepten, den verlust von zeitbezug. begriffliches denken liefert dazu den rahmen der geschichte und kritik und die notwenige negative herangehensweise.

schafft das experiment leiden? das experiment schafft leidenschaftlich leiden, das experiment will nicht beruhigen, es will den moment abpassen, in dem wir in ein bild gesunken eine formulierung finden, für das, was inhaltlich hinausweist (nicht vor auf ein ideal, aber zurück auf eine idealisierte erfahrung). der moment der nachdenklich macht, nicht über die bedingungen des werkes (der autor als produzent), sondern über die bedingungen des gedankens und über die bedingungen des formulierens, und am allerwichtigsten über die bedingungen der momente, die wir erinnern und bildlich idealisieren.

vornotizen hierzu

gesichtsphilosophie

gesichtsphilosophie faciality history face philosophy

Die Schnittstelle (das Interface, das Blicken und Aussstrahlen) überwindet nicht nur den Raum: Ansehen ist einfühlendes Sehen, Gesichtssehen ist Gefühlsbegreifen. Nicht aufs Unmittelbare. Der Modus beim Ansehen ist kein Zerlegen, sondern ein Einfühlen, ein konstellatorisches Zusammendenken

Äußerlichkeit ist teils gespielt und teils unbewusster visueller Ausdruck des Gefühlten. Die Sprache ist daher das passende Modell, nicht das freigelegte, abgehörte Herz, das erkannte Gesicht, der Lügendetektor. Die maskenlose Kommunikation wäre die Abschaffung der Kunst, die in anderen Vorstellungen vielleicht im Mienenspiel aufgehoben wäre. Anders wäre jedoch die Hoffnung zerschlagen.

Suche den schmalen – wenn er überhaupt existent ist – Riss zwischen dem gespielten Gesichtsausdruck im Einklang mit den Typen, und dem was in der gespielten Miene das nicht typisierte ist, das richtige Spiel, das sogar in der Methode des Abbildmachens überleben kann, das zweierlei widerstehen muss, dem industriellen Stil und dem Identitätszwang der normierten Vorbilder. Abstrakter wird es scheinbar wenn der ganze Körper spricht, die Gesichter sind zu trainiert.

Das Gesicht ist in der Krise der Geschichte verfangen, versuch Gute Gesichtsphilosophie zu machen, nicht Gesichtsphilosophiererei. Es geht nicht um die Wahrheit, die Unmittelbarkeit, die totale Vermittlung von allen mit allen, die totale Transparenz, das Bescheid wissen über das Innen- und Außenleben aller Mitmenschen, es geht um weniger Gewalt (bis zum letzten Schmerz ein Mensch zu sein, des endlos freien Menschen) und eine andere Qualität, es geht um die Bedingungen der Gesichter, die Gesichter die der Geschichte unterworfen sind.

Die Miene stellt sich dar als ein gespieltes und als gespielt empfundenes Zeichen, bei dem, offensichtlicher als bei den Worten, ein offener Raum mitgedacht wird. Es ist schlichtweg eine Herausforderung dieses Thema in Kunst aufzugreifen, da ganz bewusst ein offener Prozess gestaltet werden muss, was Teilen gegenwärtiger Kunst und ihrer Mentalität des Effektheischens gegen den Strich geht, sei es nun Highpass am Mischpult, Signalfarbfelder, Symbolschlacht, Cartoonfigur oder Hartewortepoesie. Gemeint ist aber auch keine Beliebigkeit, unpolitisch nichtsagend, unendlich offen dahinzuknipsen und klecksen.

Darum geht es (manchen) beim pochoir/stencil. Abstraktion des Gesichtsausdrucks, zu ahnen wie durch ein Tuch. im Gegensatz dazu: Mona Lisa, dieses unergründliche erfolgreiche Kulturprodukt.

Mienenspiel: Eine Utopie, in der die Menschen mit einem zentralen Kommunikationsorgan, dem spielerischen Zeichensystem Gesicht, wirklich frei Spiele spielen. Nur gibt es keinen geschichtlichen Bruch, nach dem Motto heute nur Lookism, als zwanghafte Adaption der äußerlichen Normen, und morgen das freie Mienenspiel, sondern in der Wahl, zu schweigen und das Gesicht sprechen zu lassen liegt eine, von so vielen, Möglichkeit zur Entfaltung von Kommunikation: Nicht verstanden werden zu wollen, sondern zum Einfühlen aufzufordern. Diese Geschichte braucht Vorbilder.

Wir bezahlen schon mit Likes, vielleicht bezahlen wir bald mit einem Lächeln, die Stadt wird zum Laufsteg der Überflüssigen, die total Integration der Kulturindustrie versöhnt sich mit der Biopolitik. Die Klasse der Gesichtsperformer und die freigelegten Mienen der Beherrschten, die sich nicht beherrschen können. Wir müssen unsere zarten Mienenspiele anerkennen.

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Literatur

mythos writing

rebel:art » Serie: El schreibt über Graffiti #3

alleine

rebel:art » Serie: El schreibt über Graffiti #2

welcoming the end of activism

Instead of doing oracles of coming insurrections we present you with this text welcoming the end of activism. The attempt is to create from the analysis of the failure a history that exactly makes this failure and not the myth of the prior status the deliver-worth content.

read it here
or in german here

herrfurthplatz

karte oberes nordneukölln
Oberes Nordneukölln (Berlin)
Fluchtwege und -plätze
Legende Teil 1: Herrfurthplatz

Der Herrfurthplatz ist ein Platz ohne Ecken, auf dem Autos im Kreis fahren. Der Herrfurthplatz ist kein Platz, denn es ist kein Platz auf ihm. Wer auf ihm Platz nehmen will, muss ihn umnutzen oder beim Cafe an der Kirche etwas kaufen. Gerade die Kirche in der Mitte, das Haus der Verneinung der weltlichen Genüsse, ist es was diesen Platz trotzdem zu einer Bastion des profanen Lebens macht. Denn sie hat viele Nischen, die zum Verstecken, zum Konsum von Alkohol, zum öffentlichen Urinieren oder Beschriften genutzt werden und die Treppen auf der Rückseite stellen einen Ort für gemütliches Beisammensein dar, mit Übersicht auf den Verkehr der Menschen zwischen den Bäumen und Autos. Die Kirche hält heute dieser Spannung noch Stand. Das Leben der Bewohner auf, an, und um den Herrfurthplatz hat kein Zentrum, unvorstellbar wenn es sich Bahn brechen würde und sich den Platz wirklich aneignen würde. Was würde aus der kaputten Achse des Gegend, der Hermannstraße, werden? Was würde aus dem Herrfurth-Nicht-Platz werden?

Der Platz hat eine schnelle Anbindung zur Hermannstraße, die zwar eine der schlimmsten Verkehrsachse der Gegend ist, aber nun mal auf dem Durchgang betreten oder überquert werden muss, um zum Abhang und den kleinen Rückzugsorten auf der anderen Seite zu gelangen, oder in die U-Bahn abzutauchen. Sie ist die stark befahrene und ungemütliche Achse zwischen dem durch Wohnparks befriedeten Rollbergviertel und dem Schillerkiez, hier wird alles kanalisiert, verweilt wird vielleicht höchstens im Kindlboulevard, dieser grotesken Passage. Die eingezeichneten gemütlichen Orte auf der Karte sind keine öffentlichen Treffpunkte, denn die gibt es hier nicht. Die Schillerpromenade, die schön unübersichtlich ist, kann als gute Parallele gelten, sie hat die Dimension eines Boulevards, ist gescheiterte Promenade und behaust die wenigen und unattraktiven autorisierten Sitzgelegenheiten dieser Gegend. Hier staut sich eine Öffentlichkeit auf, die es am Herrfurthplatz nicht geben soll. Die Promenade ist, für die die eine breite Straße brauchen, vorzuziehen. Zur anderen Seite kommt man schnell zum Gewirr um Tempelhof, ein Ausgang.

bildvorstellung II. nikita pirokov, robert longo, clayton cubitt

„For the thousands and thousands of years in fact that the human face has been speaking and breathing one somehow still has the impression that it has not yet started to say what it is and what it knows.“ Antonin Artaud

robert longo men in the cities
Robert Longo – Men in the Cities Series

Gesichter und abgebildete Gesichter haben eine Leerstelle, Kunstwerke sind offen, die „Grausamkeit“ mancher Bilder ist ein Versuch die Grenzen des Kommunizierens zu verwischen. (mehr…)

nina scholz hated den wald

wald hate hass nina scholz
bild von threesecondthrill

Zu dem von Nina Scholz verfassten Artikel Tatort Hassort: Wald für das Hate Magazin. Schlimm ist ihr das Bild vom „vermeintlich gestressten Großstädter“ – Was ist das überhaupt für eine überheblich zynische geschmacklose Formulierung, Ey, wer haten will muss fühlen – weil diese am Wochenende teilweise aus der Stadt ins Grüne außerhalb fahren.
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bauhaus, berghain, berlinale, banksy

ein wochenende in berlin

es sind sich manche besucher hier im bauhaus-archiv wirklich nicht zu schade, die politischen inhalte des bauhauses zu verneinen und historisch als vorgeschobenen repressionsgrund der rechten zu verorten. daneben steht dann eine schulklasse und notiert eifrig die schlagworte mit denen ihre beschränkten lehrenden ihnen die bauhaus-ideologie eintrichtern: every color has a form. es klingt nach: die dinge sind so wie sie das bauhaus unterrichtet, das bauhaus ist sinn- und zweckvoll, von dem könnt ihr was lernen. ich bin nicht dort um irgendwem an seinen ideologischen karren zu fahren, und schweige. gerade dass das bauhaus die dinge angenehmer anfassbar und ansehbar machte, darin ihren gebrauchswert betonte, bedeutet dass sie eine weltgestaltung anstrebten, in der wir mit modernsten gestaltungsmitteln, den maschinen, das leben der menschen weniger mühseliger und dafür freudvoller einrichten. bleibt nur zu hoffen, dass die litanei der lehrkörper die schüler ihre blicke auf die originalen unterrichtsmaterialien und die zitate an den wänden schweifen ließ und sie den mist den sie referiert bekamen als das durchschauten was er darstellt.

ich schreibe nicht über das berghain, ich denke manchmal sogar, das bild beim reingehen „fotografieren verboten“, sollte durch ein schild beim hinausgehen „berichten unerwünscht“ ergänzt werden. warum? weil die permantente rede über das berghain ein bild erzeugt, das viel zu statisch ist, das die erwartung an diesen ort so stark geformt hat, dass die einen nur wegen der reklame durch außenstehende (technobuch bei suhrkamp, technofilm im fernsehen, technobericht in springerpresse) und die anderen wegen des elitären scheins (absturzbücher von airen und hegemann, „wie kommt man ins berghain“ guides von deef) hingehen. es trifft also die erwartung von zügellosigkeit bei den einen, auf das gefühl dazu zu gehören bei den anderen. die einen wollen rausch (weit gefasst), die anderen haben ihn schon durchs reingekommen sein. dann genügt sich der besuch schon selbst, die einen finden sich und bestärken durch ihren anblick der gruppe, die auf die reklame angesprochen hat, dass die reklame stimmt. alle befriedigt.
eins noch zu den berichten, manche kommen mit dieser situation nicht klar, verständlich, und holen sich dann den rausch danach, erzählen in ihrer zeitung, ihrem blog, ihrem buch wie toll das alles gewesen sei, als die freiheit so nah schien. der hipsterblogger von iheartberlin jedenfalls, dem blog mit einem inhaltslosen und nur der selbststabilisierung dienenden kommentar zu der neudekoration der panoramabar, fiel auf jeden fall darunter. so war er dann zu sehen wie er selbstzufrieden seinen blick über die so von seinem co-blogger schonungslos kritisch (von wegen! belanglos halt.) beschriebenen werke schweifen ließ, bevor er mit einer immobilienseite auf dem iphone display durch die menge lief und endlich etwas lieferte, was den parties dort so oft fehlt: eine negative identifikationsfigur.

ein ganz schönes spektakel ist diese berlinale, die stars sind da, die filme werden ohne werbung, dafür mit applaus präsentiert. beziehungsweise muss vor dem film nicht mehr für die anderen filme und andere produkte geworben werden, die marke berlinale ist ja eh omnipräsent und hat ihre eigenen nebenprodukte wie die unansehnlichen taschen. und dann gehen die leute mit begeisterung hin. überall ein stimmengewirr, in dem es kaum um den letzten film, sondern hauptsächlich um den nächsten geht. viele sehen sich mehrere filme am tag an, klar ist ja auch nur eine woche. dabei verkommt der film – falls er überhaupt noch verkommen kann – vom eindrucksvollen und unterhaltenden medium zum marathon der kultur. leistungssportler, die sich kultur reinfahren. doch wird sie nicht mal reingelassen, es geht ja darum möglichst viele werke mitzunehmen. die kompetenz beschränkt sich darauf alles zu kennen, alles gesehen zu haben, sich ein bild gemacht zu haben. und selbst wenn es nicht so wäre, armseliger leistungssport wäre es trotzdem, innerhalb von stunden in unterschiedlichste filmwerke einzutauchen und durch die stadt von filmpalast zu filmpalast zu hetzen.

jetzt da alle banksy gut finden, wurde es zeit, dass der große unbekannte mal zeigt, was hinter den werken auf der straße steckt, sich auf die finger und ins atelier sehen zu lassen. was hiermit geschehen ist, der banksy film läuft bei sundance und berlinale und wir kriegen alles zu sehen, außer das gesicht. damit das ganze aber den subversiven anstrich bekommt, den das banksy publikum braucht um ihn auch abseits des grundsätzlich rebellisch codierten gebrauchs von sprühdosen an wänden (was ihn in einer doch recht großen bewegung ziemlich untergehen lassen würde) super zu finden, bekommt der film seine kritische note in der vorführung eines verrückten filmemachers, der im schnellspurt auch eine streetart und popart karriere startet, nur ohne selbst das ganze durch harte arbeit verdient zu haben. die szene ließ ihn ja nur mitmachen, weil sie dachten, dass er für sie arbeitet und eine doku macht, dabei filmte er nur aus wahn. das erworbene szenewissen um die subversiven styles und die starqualitäten der hervortretenden künstler, ermöglichte ihm nach dem scheitern als filmemacher doch noch den kommerziellen erfolg als bildkünstler. die moral, von der banksy behauptet, dass es sie hier nicht gebe, ist dann doch noch die, dass die masse alles toll finden, was diesen ironisch subversiven touch hat, der blick hinter die kulissen aber offenbart, wem als kenner zu folgen sei, banksy mit seinen „politischeren“ karikaturen und shepard fairy mit seiner „theoretischer“ untermauerten strategie. wie so viele produkte über streetart (etwa das legenden zur straße buch), musste dieses gemacht werden um das konzept streetart abzuschließen, theoretisch, moralisch, politisch. dieser prozess ist trotzdem zu bedauern. in dem film sagt banksy, dass er früher jedem empfohlen habe kunst zu machen, seit er auf den filmemacher traf, dies aber nicht mehr so oft tue. „kunst ist schön, macht aber viel arbeit“, außer man ist verrückt, soll also der gipfel der erkenntnis, abseits des es-gibt-keinen-witz, es-gibt-keine-moral vernebelns im film, aus den ersten jahrzehnten der streetart sein?

die entzauberung der szenen darf nicht den feuilletons überlassen werden, die kommodifizierung und vermassung der subkulturen muss aus ihnen selbst besehen und gestört/dirigiert werden. ist ein fortschritt erreicht, wie die akzeptanz von perversion in form des berghains, von progressiver gestaltung in form des bauhauses, von illegaler öffentlicher kunst in form von banksy, erst dann gilt es diese formen zu stabilisieren und auszuweiten, denn wie schon die gewählten worte (pervers, illegal, progressiv) andeuten, sind die geformten ansprüche längst nicht eingelöst, ist die reale schranke, die die schranke im kopf bedingt, noch nicht beseitigt. erst durch die überwindung der realen grenzen wird den leuten, das was schon als kulturware genießbar ist, auch zugänglich.

rik! und der stickeraward 2008 in der freien internationalen tankstelle in prenzlauer berg

rik reinking sticker award 2008 freie internationale tankstelle FIT prenzlauer berg
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Opening night of the O2 World Berlin

o2 world berlin eröffnung
Picture by Björn Kiezmann, Creative Commons by-nc Licence

Report on some derive and direct research in the protest against the opening of the O2 World in Berlin on Wednesday, the 10th of September 2008
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Eröffnung O2 World Berlin

english version available here

o2 world berlin eröffnung
Bild von Björn Kiezmann, Creative Commons by-nc Lizenz

Bericht über ein bisschen Umherschweifen und direkte Untersuchung im Protest gegen die Eröffnung der O2 Arena am Mittwoch den 10. September 2008.
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liebe

zweierbeziehung polyamory offene beziehung beziehungsformen liebe

Die Freiheit zu tun was ich will ist die einzige Freiheit. Mit solchen Ansprüchen im Hinterkopf haben die utopischen Träumer um 1968 sich neue Anti-Konzepte für das partnerschaftliche Zusammenleben gestrickt. Und irgendwie glaube ich, dass so manche heutige Liebesprobleme in eben diesen Konzepten wurzeln.

Es war einmal so, da wurdest du als Junge oder als Mädchen geboren, wenn du Mädchen warst wurdest du schon sehr jung einem Mann zugeteilt. Eine riesen Scheiße, mit Liebe hatte das nichts zu tun. Mit der Fortentwicklung unserer Gesellschaft wurde das dann anders, die Menschen pflegten religiöse Formen um ihre Liebe und Lust zu regeln. Jetzt wurde dann irgendwann halt geheiratet, Mann und Frau, und dann durfte ins Bett gegangen werden und für den Rest des Lebens treu und ausschließlich zum Partner gehalten werden. Dann kam ganz lange nichts, und dann kamen die revolutionären Linken und dachten sich neue Konzepte aus, wie die Anarchisten in Spanien, die revolutionäre Ehen schlossen. Das revolutionäre daran war, dass die Ehe jederzeit von beiden Seiten aufgekündigt werden konnte.

Die religiösen Formen der Partnerschaft zu zerstören traten dann besagte Utopisten seit den 60er Jahren an. Das Konzept dafür waren die Aufhebung von Verbindlichkeit und Bindung per se. Jedenfalls in der Theorie: Jeder mit jedem, denn es ist ja genug für alle da. Wer Vertrauen und ausschließliche Zärtlichkeit wollte, musste sich halt aus diesem Zirkus ausklinken. Die heutigen Linksradikalen haben auch ihre Konzepte für Beziehung parat. Aus der sie umtreibenden Einschränkung nicht bedenkenlos mit jedem Sex haben zu können, stricken sie immer noch Ideen wie die offene Beziehung und die Polyamory.

Zum ersten Konzept, der offenen Beziehung. Leute, die so etwas leben, haben eine verbindliche Zweierbeziehung in die sie immer wieder zurückkehren, und gestehen sich aber das Recht zu, auch mit anderen Leuten Lust und Liebe auszuleben. Wobei es wahrscheinlich mehr um Verlieben und Lust, als um Liebe geht. Klingt ja erst einmal nach einem geschickten Konstrukt, um möglicher Frustration in der bürgerlichen Zweierkiste aus dem Weg zu gehen. Wenn man gerade keine Lust aufeinander hat, befriedigt man sich halt anderswo. In der konservativen Ehe läuft so etwas ja über Pornographie oder Prostution. Und das hat tatsächlich einen einfachen Grund, denn hier ist die Ersatzbefriedigung virtuell oder eben per Geschäft klar geregelt. In einer offenen Beziehung steht der vagabundierende Partner jedoch einem anderen Menschen gegenüber, mit den gleichen Bedürfnissen von Lust bis im Falle des Falles auch Verbindlichkeit und Ausschließlichkeit. Die andere Person wird allerdings in der Hierarchie des Beziehungssystems untergeordnet, geht ja auch nicht anders, da danach wieder in den Schoß der Zweierbeziehung zurückgekehrt wird. Für die Außenstehende Person gibt es halt kurzfristige Lustbefriedigung, und das war’s dann. Dann bleibt nur zu hoffen, dass sich mit diesem Zweck abgefunden werden kann, weitergehende Bedürfnisse müssen zurückgesteckt werden. Von der bürgerlichen Form der Äffäre, also der unoffenen außerpartnerschaftlichen Befriedigung, unterscheidet sich der Ansatz nur dadurch, dass der Regelbruch keiner mehr ist, da eingeplant.

Polyamory will dagegen die Komplexität. Diese Praxis von Beziehungsführung will ein Netz von Partnern anlegen, alle wissen voneinander und vertrauen sich deswegen. Sie gestehen dem Einzelnen die Freiheit zu, ihre Liebe zu verteilen. Verbindlichkeit soll durch Offenheit und Planung erreicht werden. Aber schon mal versucht Liebe zu teilen? Das Problem das sich stellt, ist einfach zu umreißen. Die Zeit, Lust und Aufmerksamkeit, die ein Partner einem anderem zumisst, richtet sich danach wie sehr er sich zum anderen hingezogen fühlt. Die Einzelnen haushalten mit ihrer Liebe. Das Resultat ist nicht Freiheit, sondern hauptsächlich Unsicherheit und die Frage wie hoch man gerade vom jeweils Anderen eingestuft wird. Polyamory-Anhänger argumentieren für ihre Theorie damit, dass sich bei vollem Vertrauen ein positives empathisches Gefühl einstellt, das entgegengesetzt zu Eifersucht ist.

Was versuchen diese beiden alternativen Beziehungsformen? Eine Partnerschaftlichkeit zu etablieren, wo eigentlich Handlungsfreiheit erträumt wird. Eine Handlungsfreiheit, die es eigentlich nur für Singles geben kann. Die Freiheit zu entscheiden wann und wo sich ein Sexpartner gesucht wird, wie weit man – in Übereinstimmung mit den Interessen des jeweils Anderen- gehen will und über welchen Zeitraum. Was dann natürlich fehlt ist die Behaglichkeit und Verbindlichkeit der Zweisamkeit und so rollen sich dann wieder die anderen Konzepte auf. Einfach mal heiraten, vorher ein revolutionäres Ehegelöbnix und dann freie Lust? Oder doch Singledasein und um mehr Nähe zu schaffen, noch dicke Freundschaften mit den Sexpartnern pflegen, oder belügt man sich damit selbst? Eine Hippiekommune ohne Schranken? Oder ab ins Kloster? Ein polyamores Liebesnetzwerk oder nurnoch anonymen Sex?

Nachtrag: bessere Texte zum Thema:
Magnus Klaue – Das Ende der Diplomatie
Junesixon – Irrsinnige Assoziationen zur möglichen gesellschaftlichen Bedeutung von Liebeskummer

„broken window theory“ in der Praxis

riot berlin

Die Leute denken immer dass in meinem Kiez lauter Gangster rumlaufen die Kopfschüsse verteilen. Das stimmt auch, allerdings sind die Gangster um die 10 Jahre alt und werfen nur Schneebälle (diesen Winter hat sie das Wetter aber eher im Stich gelassen). Um in der Hermannstraße keinen Schneeball an den Kopf zu bekommen habe ich einen Trick, ich begrüße die Gang und frage wie es so läuft. Da fällt der eine dem anderen in den Wurfarm und erklärt ihm: „Das ist unser Freund.“. Weniger Glück hatte der Polizist der vor 10 Jahren hier an der Ecke durch seine Schussweste hindurch mit panzerbrechender Munition erschossen wurde, in besagtem Fall waren das zwar echte Gangster – Bankräuber und keine der Straßengangs – aber trotzdem erzählt man sich die Story von hier bis zur Donaustraße mit recht unverhohlenem Stolz. Denn sie befördert den Mythos vom Gangsterkiez…

In meinem Haus leben auch ein paar Gangster, allerdings sind sie auch noch recht klein und außerdem nicht sehr kriminell. Ich habe einen kleinen Versuch zur sogenannten broken-window-theory gestartet, die besagt dass in einer Gegend – in diesem Fall unser Treppenhaus – die Kriminalitätsrate ansteigt sobald die ersten Scheiben kaputt gehen und die ersten Schmierereien auftauchen. Um den Versuch zu beginnen habe ich mit einem Filzstift ein Wort im ersten Stock hinterlassen. Innerhalb der letzten zwei Monate wurde daraufhin unser vorher fast sauberes Treppenhaus von oben bis unten bekritzelt, sogar eine Scheibe ist zerbrochen (tata!). Es haben sich drei konkurrierende Crews gebildet. Das lässt nun verschiedene Möglichkeiten offen, entweder die Crews bestehen jeweils nur aus einem Gangster, oder aber die achtjährigen aus dem dritten Stock mischen auch mit, oder die zehnjährigen aus dem Hinterhaus taggen jetzt auch im Vorderhaus. Die broken-window-theory funktioniert jedenfalls.

(Das Bild oben stammt übrigends aus einer ganz anderen Ecke, die U-Bahnplattform am Alexanderplatz. Ein paar Hooligans hatten sich mit Punks angelegt und waren dann in eine Schlägerei mit Cops geraten)

hier dann doch noch der hintergrund nachgereicht: 1982 schrieben G.I.Kelling und J.Q. Wilson den text „zerbrochene fenster“. darin heißt es „da ist ein verlassenes gebäude, unkraut wächst, jemand schlägt ein fenster ein, die erwachsenen beschimpfen die kinder nicht mehr, wenn sie lärm machen, und die kinder, so in ihrer abenteuerlust ermutigt, werden rebellisch. familien ziehen aus, der abfall wächst in die höhe, menschen trinken vor den läden, ein betrunkener bricht auf dem gehsteig zusammen und kann dort bleiben bis er sich erholt, bettler ziehen herum und belästigen passanten, und wo heute bettler sind, gibt es morgen diebe und dann mörder.“
so ein bisschen das gegenteil der gentrification-geschichte, bei der in den gebäuden mit den zerbrochenen scheiben zwischennutzungspioniere, dann kneipen, gallerien, boutiquen, bioläden und dann bald großkonzerne einziehen, während die armen verschwinden. in dieser vorstellung werden sie wenigstens nicht von den rebellischen kindern zu mördern gemacht…

broken windows theory gentrification broken windows theorie

noch ein paar worte zum winter in berlin

winter in berlin

Letzten Samstag haben sich 480 Leute wegen Glatteis verletzt, teilt dieses Dauerfernsehen in der U-Bahn mit. 482 muss ich korrigieren, denn ich habe mir in der Zionskirchstraße den Finger verstaucht als ich einen Böller zünden wollte. Wäre fast auf einen gefrorenen Hundehaufen gefallen. Man sollte sich halt nicht auf zu viele Sachen gleichzeitig konzentrieren, über Prenzlauerberg lästern, zur Kastanienallee schlittern, in die Kneipen gucken und lachen, Böller zünden und den Hundehaufen ausweichen.
Kurz vielleicht als Einschub eine Erklärung meiner Skepsis gegenüber Prenzlauerberg. Ich war vor Monaten mal dort, bei einer Art Poesieshow, bei der Leute die sich als die Nachfolger der Beat-Poeten sehen, ohne allerdings deren Lebensstil zu pflegen, (und deren poetische Begabung noch zur Diskussion stände) verschiedene Gedichte und Texte vortrugen. Da wurde dann über Busfahrer gelästert und über Touristen, zweiteres quasi eine Publikumsbeschimpfung, und über Neu-Berliner, eine Beschimpfung der anderen Publikumshälfte, sowie über verschiedene Stadtteile. Besonders schlecht kam der Postleitzahlbereich 12049 weg. Dort würden die Leute mehr grunzen als sprechen und alle wären dumme und verwahrloste Gangster. Da uns mit dieser Beschimpfung unseres Postleitzahlenbereichs durch die Prenzlauerberger Poeten schwer enttäuschten, fasste ich mit meinen Mitbewohnern den Entschluss nur noch höchstens alle zwei Monate dorthin zu fahren.
Ich bin also Nummer 481 der Verletzen dieser Nacht, mir tut den ganzen Abend der Finger weh. Mein Begleiter fällt in der Köpenicker Straße, in der Nähe der Köpi, einer der letzten großen Immobilien der Anarchistischen Wohnungsgesellschaft, auf den Bauch und zehn Meter weiter aufs Knie. Nummer 482.
Wir gehen in den Club Maria, Typen aus Brandenburg versuchen zu Drumm’n’Bass zu tanzen. Meinetwegen, sieht aber eher scheiße aus. Mein anderer Begleiter kriegt irgendwie einen philosophischen Film und fängt an davon zu schwadronieren wie komisch es denn sei dass diese ganzen Leute hier wie die Hippies fummeln, tanzen, die Zähne zeigen, Drogen einschmeißen und dann ab Montag wieder ganz normal zur Uni oder Arbeit gehen. Ich erklär ihm dass das mit den Hippies eigentlich schon immer so war. Mediengestalter in Skaterklamotten tanzen meine Begleiterin an, das sieht auch scheiße aus, und so betrunken wie die sind merken sie nicht mal wie sehr das nervt. Junge Dreadlockträger wollen mir alle möglichen Drogen verkaufen. Ich lehne dankend ab, hätte aber mal nach irgendwas zur Betäubung meines Fingers fragen sollen, der tut seit der Verstauchung irre weh. Jemand greift mir von hinten vorne an den Bauch, das finde ich eigentlich ganz nett wenn die Leute dann auch wieder loslassen. Passiert dieses Mal zum Glück auch. Das Problem wenn man in Berlin einen Kapuzenpullover trägt ist dass einen irgendwelche Rastafaris ohne Berührungsängste einfach mal anmachen ohne vorher zu checken ob man ihrer Zielgruppe (Frau) entspricht. Ich hab aber im Gegensatz zu Frauen wenigstens den Vorteil dass die Rastamänner sich erschrocken aus dem Staub machen wenn ich mich umdrehe. Ich will Sommer, weniger blöde Anmachen, und dass die Köpi bleibt.

kontrollbeflissenheit

u8 hermannplatz fahrscheinkontrolle foto von gak auf flickr, cc-lizenz

U8 Hermannplatz.
Er: Fahrschein bitte.
Zeigt mir seinen Dienstausweis
Ich: Den Betriebsausweis bitte auch.
Er: Aha, ein Student? Hol schon mal den Fahrschein raus.
Ich fange an zu nerven: Ich möchte erst überprüfen ob sie mich kontrollieren dürfen.
Er kramt ewig, verliert die Übersicht, hinter ihm gehen Leute unkontrolliert zum Ausgang, wir fahren in die Station ein. Er zeigt seinen Betriebsausweis, ich kontrolliere ihn, zeige mein Semesterticket.
Er ist sauer und kontrolliert noch ein paar Leute.
Dann kommt er zurück und fragt: Na, hat dich das befriedigt?
Ich: Ich hab das Recht nach dem Betriebsausweis zu fragen.
Er: Hat dich also befriedigt.
Ich: Befriedigt dich die Fahrscheinkontrolle?
Er: Hat dich also befriedigt.
Ich kenn das, wenn die Leute hier nicht mehr auf deine Antworten eingehen, wollen sie dir Böses.
Ich klugscheißer: Du kontrollierst und kriegst Kohle dafür, ich kontrolliere und kriege nichts dafür. Befriedigt wird hier niemand.
Er fängt an zu pöbeln, ich fang an zu pöbeln. Zwischen uns ist zum Glück eine Trennscheibe und ein Fahrgast, sonst hätte ich schon n bisschen Angst vor ihm bekommen.
Zwischenruf Fahrgast: Lasst einfach alles raus!
Ich steige aus, er auch. Er verabschiedet sich von seinem Mitkontrolleur. Läuft neben mir her, schlägt mit der Faust in seine Handfläche und sagt immer wieder vor sich her: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Das mit den Wiederholungen kenn ich schon, denke kurz daran die Notruftaste an diesen SOS-Säulen zu drücken und dafür zu sorgen dass er wegen dieser bescheuerten Drohung seinen Job verliert, aber bitte, wie Scheiße wäre das denn? Also lass ich es bleiben und geh nach Hause um ein bisschen mit meinen Mitbewohnern über die BVG und Kontrolleure abzulästern. Kochen uns was von Aldi und lästern über das Wetter. Der Winter dauert schon viel zu lange, ich will wieder Sommer haben und Fahrrad fahren.